Das schwierigste an Kindererziehung ist, sich selbst an die Regeln zu halten

Das schwierigste an Kindererziehung ist, sich selbst an die Regeln zu halten

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Nach 16 Jahren Mutterschaft stoße ich immer noch an meine Grenzen. Momentan müssen wir als Eltern besonders hart durchgreifen. Denn fünf Wochen ohne Schule, außerschulische Aktivitäten, Verabredungen, Reisen haben unsere Kinder sehr oft und viel Langeweile. Da sind iPad, Fernseher und NintendoSwitch sehr präsent. Da habe ich mir überlegt, als gutes Vorbild zu dienen und nicht nur den Kindern was zu verbieten, sondern auch sich selbst einzuschränken.

Ein fester Wochenplan ist notwendig. Neben festen Essenszeiten, Spaziergängen und Lernabschnitten, habe ich eine Stunde für Internetnutzung eingeplant. Spannend finde ich, ob ich damit klarkomme. Denn ich nutze schon sehr viel die sozialen Medien. Somit wird es in erster Linie für mich ein Umdenken geben.

Schon gleich am ersten Tag habe ich soviel geschafft und musste mit Schrecken feststellen, dass es noch nicht mal zwölf Uhr mittags war. Mir war schon immer bewusst, dass das Internet mein grösster Zeitfresser ist. Wie wird es ohne sein, das werde ich in den nächsten Wochen feststellen.

Erziehung ist grundsätzlich ein Vorleben und nicht Vorbeten, wie ich finde. D.h. wir sollten uns, und nicht die Kinder erziehen.

Für unsere Kinder, und ähnliches höre ich von anderen Eltern geistig behinderter Kinder, ist Schule ein Ort der Begegnung. Dort werden soziale Kontakte geknüpft und gepflegt. Alles geschieht unter Aufsicht und Anleitung, denn die meisten Kinder, die die Förderschule für geistige Entwicklung besuchen, sind nicht in der Lage, dies selbstständig zu regeln.

Die Schule meiner Söhne ist eine Ganztagsschule, an vier Tagen in der Woche sind sie zwischen acht und drei Uhr, und freitags zwischen acht und halb dort. Es wird gemeinsam gefrühstückt, mittag gegessen, Sport getrieben, Fahrradtraining absolviert, geschwommen, getanzt, aufgeräumt, eingekauft, und auch gelesen und gerechnet, soweit es jedem einzelnen möglich ist.

Dort ist alles durchstrukturiert. Die Kinder wissen, was als nächstes geschieht, sie erstellen Wochenpläne und bringen es mit Hilfe von Piktogrammen für alle sichtbar und zugänglich an. Unsere Kinder lieben feste Strukturen, sie fragen immer und immer wieder, was als nächstes folgt, was morgen ist und wer, wann Geburtstag hat.

nach zwei Tagen…

Ich bin so geschafft, als wäre ich schwerster körperlicher Arbeit nachgegangen! Wir haben viel gespielt, sind spazieren gegangen, aber auch unglaublich viel gegessen! Am Sonntag Abend musste ich ein Entspannungsbad nehmen und war bereits um neun im Bett, voller Vorfreude, denn Montag durfte ich für vier Stunden ins Büro!

drei Tage später…

Konsequenz ist nicht meine Stärke! Eine Stunde Internet ist eindeutig zu wenig, für uns alle! Es gab viele Ausnahmen, trotz wunderbarstem Sonnenschein und viel Zeit an der frischen Luft, waren iPad u. Co deutlich präsenter, als ich geplant hatte. Auch bei mir!

Heute ist Donnerstag. Ich habe wieder meine arbeitsfreie Zeit und verbringe sie meist in der Küche! Nicht, weil ich muss, nein, ich habe meine Freude daran. Gegen Nachmittag haben wir zum dritten Mal die Küche vom Chaos befreien müssen, und trotzdem sieht es zum Feierabend meines Mannes katastrophal aus! Aber ich bin total entspannt und satt, mich kann momentan kaum was aus der Ruhe bringen!

Über Erziehung habe ich mir die letzten Tage kaum Gedanken gemacht. Natürlich sind entspannte und glückliche Mütter sehr wichtig, sogar entscheidend für die gesunde Entwicklung der Kinder! Aber mir ist auch klar, dass ich mich öfter reflektieren sollte!

Morgen bin ich fleißig…vielleicht!

Genießt den Moment

Natalja

 

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